WHO’S AFRAID OF ALICE MILLER?

Ein Dokumentarfilm von Daniel Howald

Schweiz 2020 | Regie: Daniel Howald | 101 Min. | mit Martin Miller, Irenka Taurek, Anja Dodziuk

 

Im Zentrum des Films steht die Beziehung des Protagonisten Martin Miller zu seiner Mutter Alice Miller. Alice Miller war in den 1980ern eine weltweit bekannte Persönlichkeit, ihre Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt, „Das Drama des begabten Kindes“ ist ihr bekanntestes Buch.
Der Film gibt Antworten auf die Diskrepanz zwischen der Kinderpsychologin Alice Miller und der Mutter Alice Miller. Er beleuchtet die psychologischen Aspekte und enthüllt historische Tatsachen.

Martin erlebt eine Kindheit ohne Liebe: Er wird von seiner Mutter mit Gefühlskälte verstoßen und vom Vater geschlagen. Die Geschichte klingt wie ein Fallbeispiel aus dem Buch „Das Drama des begabten Kindes“ der weltberühmten Psychoanalytikerin Alice Miller. Aber Martin ist der Sohn der engagierten Kinderrechtlerin.
Nach Alice Millers Tod macht sich Martin auf die Reise, um endlich den Widerspruch zwischen der bekannten Kindheitsforscherin und der zerstörerischen Mutter zu verstehen. Und schließlich entdeckt er, was zwischen ihm und seiner Mutter steht: das größte Drama des 20. Jahrhunderts, die Shoa, die Vernichtung des jüdischen Volkes. Die junge Alice Miller überlebte als Jüdin unter falscher Identität in Warschau mitten unter den Nazis – und musste alle Gräueltaten miterleben. Aber diese traumatischen Erlebnisse verdrängt Alice und spaltet sie ein Leben lang ab. Je tiefer Martin in die Biographie seiner Mutter eindringt, desto deutlicher wird: sein eigener seelischer Schmerz ist das Erbe von etwas, das er selbst nie erlebt hat.